Wie ein Schreiner seine Kunden zu Stars macht

Von: Mick Nitschke

Dirk Mathias Werner ist Schreiner im Markgräflerland, unweit der schweizer Grenze. Sein Problem: als Existenzgründer fehlt ihm noch die Kundenbasis für sein Geschäft. Aber wie, möglichst hochwertige, Kunden gewinnen? Da holt er Mick Nitschke zu Hilfe...

  • Die neue Visitenkarte
  • Die gut ausgestattete Werkstatt hat noch Kapazitäten frei
  • Arbeiten im Detail macht dem Schreinermeister Spaß. Geschenk für seine kleine Tochter.
  • Die neue Werbekarte
  • Die neue Werbekarte

In der aktuellen Hochkonjunktur sollte man meinen, dass alle Handwerker unter Überlastung stöhnen. Alle? Nein, es gibt einzelne Ausnahmen - und das muss nicht daran liegen, dass sie schlechte Arbeit abliefern.

Dirk Mathias Werner ist junger Familienvater und hat ein großes Abenteuer begonnen: Er hat sein eigenes Unternehmen gegründet. Bestandskundschaft: 0. Gelegenheitsaufträge halten ihn mehr schlecht als recht über Wasser. Ein Konzept muss her! 

Analyse

Nach eingehender Analyse der Stärken des jungen Schreiners war klar: anspruchsvolle, individuelle Möbel herzustellen ist das Ziel. Aber wie findet man die Kunden dafür? Wie kann man damit auffallen?

Strategie

"Drehen wir den Spieß um!", sagte ich. "Jeder liebt das Material Holz. Jeder mag seinen Duft und spürt es gerne. Viele gestalten auch gerne selbst. Lass' uns die Kunden stärker in den Herstellungsprozess einbeziehen. Beginnen wir damit, dass wir die Kunden ihre Möbelstücke selbst zeichnen lassen."

Umsetzung

Und damit beginnt das neue Konzept Gestalt anzunehmen. Zunächst gilt es die Kaufhemmung abzubauen. Gerade bei Möbeln ist das nicht ganz leicht: die Investition ist relativ groß und am Ende muss man mit dem Leben, was rauskommt. Also brauchen wir ein Produkt, das sich eher auf Bagatellpreisniveau anbietet und das die Zielgruppe (Individualisten mit finanziellem Rückgrat) anspricht. So entstand:

WOLLEN SIE IHRE MÖBEL SELBST DESIGNEN? 198,-€

Die Idee ist, den Spieltrieb der Leute zu fördern. Natürlich kann sich jeder selbst an einen Tisch setzen und anfangen, zu zeichnen. Aber bei diesem Angebot sitzt ein ausgebildeter Möbelgestalter neben einem, führt auch mal die Hand, erklärt, was technisch möglich ist, ermuntert und hat einen ganze Koffer an Farb- und Materialmustern dabei, die das Ganze zu einer spannenden Collage machen. 

Der Clou: Sollte der Kunde seine Zeichnung bei unserem Schreiner auch umsetzen lassen, dann wird die Zeichenstunde voll vom Preis abgezogen. 

Dirk rechnet auch auf viele Ehemänner und -frauen, denen kein originelles Geschenk für ihren Partner einfallen will und solch eine "Zeichenstunde" zum Geburtstag, Hochzeitstag oder Weihnachten verschenken möchten.

Sofort macht er sich an die Einrichtung seines Collagenkoffers.

Gestaltung

Bei der Gestaltung der Werbemittel setzen wir auf viel Persönlichkeit. Die Werbekarte wird vorn von einem Paar geziert unter deren (Fantasie-) Namen -Möbeldesigner- steht, hinten sieht man den jungen Designschreiner und in knappen Worten das Angebot. Die quadratische Form der kartonierten Karten setzt sich auch bei den Visitenkarten fort. Natürlich gab es auch eine Überarbeitung der Homepage passend zum neuen Layout. 

Marketing & Vertrieb

Jetzt muss die Werbung nur noch unter die Leute. Diese Maßnahmen sind geplant:

  • Termine mit Bestandskunden bei denen der Jungunternehmer mehrere Werbekarten zur Verteilung an Freunde und Verwandte abgibt.
  • Anzeigen in regionalen Wochenblättern - auch auf der schweizer Seite.
  • Einen temporären Stand an einem der örtlichen Einkaufszentren, in denen viele schweizer Kunden verkehren.
  • Ein Plakat an einer Durchgangsstraße.
  • Die händische Verteilung der Karten in interessanten Wohngebieten.

Ausblick

Die Kunden werden also zu Stars! Sie können hinterher sagen: "Diesen Schrank habe ich selbst entworfen." Ob Dirk noch weiter geht und die Kunden auch Mal ein paar Stunden in der Schreinerwerkstatt werkeln lässt, wird sich zeigen. Jetzt hängt es davon ab, wie gut die Leute im äußersten Süden Deutschlands auf das Angebot reagieren. Ich berichte wieder.

 

Dirk Mathias Werner: "Was mich an diesem Projekt am meisten freut, ist, dass ich wieder meine positive Einstellung und meinen Kampfgeist zurück bekommen habe. Das strahle ich wohl auch aus, jedenfalls ist bereits die erste größere Anfrage aus der Schweiz eingetroffen und das noch in der Startphase meiner Werbekampagne. So kann es weitergehen."

 

Der blaue Hirsch & das ganze Team von Platzhirsche drückt dem jungen Schreiner die Daumen, dass es ihm bald gelingt eine beständige Zukunft für sich und seine liebenswerte Familie zu erschaffen.


24.01.2019 09:43 Alter: 141 Tag(e)
Kategorie: Homepage-News, Startseite

Sprücheklopfer

»Es ist eine komische Sache mit dem Leben - wenn man sich weigert, irgend etwas anderes außer dem Besten zu akzeptieren, dann bekommt man es sehr oft.«

William Somerset Maugham, engl Erzähler und Dramatiker

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